Pflegeversicherungsbeitrag

Wie hoch ist der Satz zur Pflegeversicherung?

Der Beitrag zur Pflegeversicherung wird von gesetzlich Krankenversicherten als Prozentsatz vom Lohn einbehalten. Der Pflegebeitrag in der privaten Pflegepflichtversicherung richtet sich nach dem Alter bei Versicherungsbeginn. Die Beitragssätze für 2017 im Überblick.

Der Pflegebeitrag liegt im Jahr 2016 für gesetzlich Krankenversicherte bei 2,35 Prozent, den sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer teilen. Kinderlose zahlen einen Beitragszuschlag von 0,25 Prozent bis zur Bemessungsgrenze der Krankenversicherung. Bereits zum 1. Januar 2017 soll der Beitragssatz um 0,2 Prozentpunkte angehoben werden. Der Mehrbeitrag soll in kurzfristige Leistungsverbesserungen sowie die allgemeine Teuerung im Bereich der Pflege fließen. Der Beitragssatz liegt dann bei 2,55 Prozent, für Kinderlose bei 2,80 Prozent. 

In der privaten Pflegeversicherung richtet sich der Zahlbeitrag nach dem Eintrittsalter. Das Einkommen spielt hier bei der Berechnung keine Rolle. Seit 2013 gelten sogenannte Unisex-Tarife. Frauen und Männer zahlen einen gleich hohen Beitrag, geschlechtsspezifische Unterschiede sind gesetzlich verboten.

Pflegeversicherung: Beitragssatz 2017 und Arbeitgeberzuschuss

Bis zum 31. Dezember 2012 galt ein Beitragssatz von 1,95 Prozent des Bruttogehalts. Kinderlose Versicherte mussten 2,2 Prozent an die Pflegeversicherung abführen. Im Rahmen der jüngsten Pflegereform wurden Leistungsverbesserungen beschlossen, die zu einer Anhebung der Beiträge führten. Für 2017 gelten folgende Beitragssätze:

  • Beitragssatz: 2,55%
  • Beitragszuschlag für Kinderlose: 0,25%
  • Arbeitgeberzuschuss zur Pflegeversicherung: 1,275%
  • Arbeitgeberzuschuss in Sachsen: 0,775%
  • Rentner: 2,55%
  • Freiwillig Versicherte: 2,55%
  • Max. Arbeitgeberzuschuss zur Pflege: 55,46 Euro

Sonderregelung in Sachsen

Arbeitnehmer im Bundesland Sachsen zahlen einen höheren Anteil als im Rest Deutschlands. Hintergrund ist, dass der Buß- und Bettag zur Finanzierung der Pflegeleistungen nicht abgeschafft wurde. Daher zahlen die Beschäftigten einen Anteil von 1,625 Prozent (Kinderlose ab 23 Jahren: +0,25 Prozent). Der Arbeitgeber beteiligt sich mit 0,675 Prozent an der Pflegeversicherung.

Entwicklung des Beitragssatzes

Seit Einführung der Pflegeversicherung im Jahr 1995 hat sich der Beitragssatz mehr als verdoppelt.

  • 1995: 1,0%
  • 1996: 1,7%
  • 2008: 1,95%
  • 2013: 2,05%
  • 2015: 2,35%
  • 2017: 2,55% (geplant)

Seit 1. Januar 2005 zahlen Kinderlose ab dem 23. Lebensjahr einen Beitragszuschlag von 0,25 ProzentpunktenRentner erhielten bis März 2004 einen 50%-igen Beitragszuschuss des Rententrägers zum Pflegebeitrag. Seitdem müssen Ruheständler den vollen Beitrag allein zahlen.

Eine Studie des Wissenschaftlichen Instituts der PKV (WIP) sagt für die gesetzlichen Pflegekassen einen massiven Finanzierungsbedarf voraus. Der Gesetzgeber müsse daher einen größeren Teil der Pflege über kapitalgedeckte Elemente absichern. Trotz allem rechnet das WIP mit einem Beitragssatz von 5,5 Prozent im Jahr 2060

Beiträge in privater Pflegeversicherung

In der privaten Pflegeversicherung orientieren sich die Beiträge an dem individuellen Risiko bei Abschluss. Da das Pflegefallrisiko im fortgeschrittenen Alter signifikant höher ist, fällt auch der Pflegebeitrag höher aus. Wer dagegen bereits in jungen Jahren einen Vertrag abschließt, wird dauerhaft mit geringeren Beiträgen belohnt.

Der Gesetzgeber hat für die private Pflegepflichtversicherung bestimmte Rahmenbedingungen vorgegeben. So dürfen z.B. Vorerkrankungen nicht ausgeschlossen werden und keine unterschiedlichen Beiträge für Männer und Frauen erhoben werden. Der Pflege-Höchstbeitrag für Privatversicherte ist auf den Maximalbetrag für die soziale Pflegeversicherung begrenzt. Für Ehegatten gilt eine Beitragsbegrenzung von 150 Prozent des Höchstbeitrags für die gesetzliche Pflegeabsicherung.

Privatversicherte erhalten einen Arbeitgeberzuschuss für die Kranken- und Pflegeversicherung. Für die Pflege werden im Jahr 2016 maximal 49,79 Euro als Zuschuss gezahlt, maximal jedoch die Hälfte des tatsächlich gezahlten Beitrags.

Pflegeversicherungsbeitrag dient der Finanzierung der Pflegeversicherung

Die Pflegeversicherung ist ebenso wie die Renten-, Kranken- und Unfallversicherung eine Sozialversicherung, in der gesetzlich krankenversicherten Personen pflichtversichert sind. Diese Versicherungspflicht besteht jedoch nicht nur für gesetzlich Versicherte, sondern auch für privat versicherte Personen. Deshalb besteht in Deutschland eine generelle Pflegeversicherungspflicht.

Aus diesem Grund muss fast jeder Deutsche einen Pflegeversicherungsbeitrag bezahlen. Ausnahmen hiervon gelten nur für die Personen, die von der gesetzlichen Familienversicherung profitieren können. Als Beispiele für die Begünstigten, für die in der Regel die Möglichkeit einer Familienversicherung besteht, sind folgende Personengruppen zu nennen:

  • der nicht erwerbstätige Ehepartner eines gesetzlich Versicherten,
  • die nicht erwerbstätigen Kinder eines gesetzlich Versicherten, falls diese die Altersgrenze für eine Familienversicherung noch nicht überschritten haben,
  • Studenten, sofern die Eltern gesetzlich versichert sind und sie selbst noch nicht die Altersgrenze für eine Familienversicherung überschritten haben.

Diese genannten Personen müssen bei der Erfüllung der notwendigen Voraussetzungen keinen Pflegeversicherungsbeitrag abführen. Bei allen anderen Versicherten wird ein Beitrag gemäß der Beitragsstruktur der privaten oder gesetzlichen Pflegekasse fällig.

Der Pflegeversicherungsbeitrag für Arbeitnehmer

Wie bereits erwähnt, wird in Deutschland zwischen der privaten und der gesetzlichen Kranken- und Pflegekasse unterschieden. Diese Unterscheidung ist jedoch für fast alle Arbeitnehmer irrelevant. Der Grund hierfür liegt in der Tatsache, dass die meisten Arbeiter und Angestellten über kein Einkommen oberhalb der Versicherungspflichtgrenze verfügen und deshalb zwingend gesetzlich kranken- und somit auch pflegeversichert sind.

Für diese Beschäftigten besteht somit bei der Pflegeversicherung keine Wahlfreiheit. Aus diesem Grund ermittelt sich der Pflegeversicherungsbeitrag dieser Versicherten in Abhängigkeit vom Einkommen. Er wird prozentual berechnet und ist dabei grundsätzlich zur Hälfte vom Arbeitnehmer und zur Hälfte vom Arbeitgeber zu tragen. Ausnahmen hiervon gelten jedoch für Beschäftigte im Bundesland Sachsen, da dort Arbeitnehmer einen höheren Beitrag abführen müssen.

Zudem gilt zu beachten, dass in der gesetzlichen Pflegeversicherung auch kinderlose Versicherte, falls sie bereits das 23. Lebensjahr vollendet haben, einen Beitragszuschlag zu leisten haben und sich dadurch für sie der Pflegeversicherungsbeitrag erhöht.

Der Pflegeversicherungsbeitrag für Selbstständige und Freiberufler

Selbstständige, Freiberufler und Beamte haben im Gegensatz zu den Arbeitnehmern grundsätzlich das Recht, sich zwischen einer privaten oder gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung zu entscheiden. In Abhängigkeit von dieser Entscheidung ermittelt sich dann auch der Beitrag zur Pflegeversicherung.

Während der Pflegeversicherungsbeitrag im Fall einer privaten Versicherung vor allem vom Alter des Versicherungsnehmers abhängig ist, ist er bei einer freiwilligen gesetzlichen Versicherung vom Einkommen abhängig. In diesem Zusammenhang gilt jedoch zu beachten, dass es für freiwillig gesetzlich Versicherte einen Höchst- und Mindestbeitrag gibt. Dabei stellt die Höchstgrenze die sogenannte Beitragsbemessungsgrenze dar. Auf der Grundlage dieser Grenze wird für freiwillig gesetzlich Versicherte prinzipiell der Beitrag zur gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung berechnet. Ausnahmen hiervon gelten jedoch dann, wenn ein niedriges Einkommen nachgewiesen werden kann. Sollte dieses sehr gering ausfallen, wird das Einkommen nicht angesetzt. Dann ist ein Mindestbeitrag auf Grundlage der geltenden Bezugsgröße zu zahlen.