Pflege-Bahr - Staatlich geförderte Pflegezusatzversicherung

Was ist die Pflege-Bahr Versicherung?

Wer von Pflege-Bahr spricht, meint nichts anderes als „Staatlich geförderte Pflegeversicherung“. Denn wenn Sie privat für den Pflegefall vorsorgen, erhalten Sie einen staatlichen Zuschuss von 60 Euro im Jahr. Der Abschluss dieses Tarifs ist freiwillig und ergänzt die Leistungen der gesetzlichen Pflegekasse. 

Wie viel kostet der Schutz?

Die Beitragshöhe für die staatlich geförderte private Pflegezusatzversicherung richtet sich nach dem Eintrittsalter und den versicherten Leistungen.

Grundsätzlich gilt: Wer älter ist, muss einen höheren Beitrag für denselben Leistungsumfang zahlen. Auch Menschen mit Vorerkrankungen können den Pflege-Bahr abschließen. Die Versicherer dürfen keine Risikozuschläge verlangen oder Antragsteller aus gesundheitlichen Gründen ablehnen.

Einzige Ausnahme: Wer bereits Leistungen aus der Pflegeversicherung bezieht oder bezogen hat, hat keinen Anspruch auf diese Regelung. Die Beiträge können zwischen den Versicherern variieren.

Wer erhält die Zulage?

Grundsätzlich kann jeder Bürger in Deutschland die Pflege-Bahr-Versicherung abschließen. Laut Gesetz ist für die Förderung folgender Personenkreis vorgesehen:

  • Vollendung des 18. Lebensjahres,
  • Mitglied einer sozialen oder privaten Pflegeversicherung,
  • Kein Bezug von Leistungen aus der Pflegeversicherung.

Jede Person kann nur einen förderfähigen Pflegevertrag abschließen. Für Kinder können hingegen keine Pflege-Bahr-Verträge abgeschlossen werden. Eltern können lediglich einen Antrag für eine nicht-geförderte Pflegezusatzversicherung stellen.

Wie wird die Zuschuss ausgezahlt?

Die staatliche Zulage für die Pflegezusatzversicherung wird automatisch in den Vertrag eingezahlt. Dazu stellt der Versicherer einen Antrag bei der Deutschen Rentenversicherung Bund. Der Antrag auf Zulage wird einmal pro Jahr zwischen Januar und März durch den Versicherer gestellt. Nach Prüfung der Förderfähigkeit wird die Zulage im April in den Pflege-Bahr-Vertrag eingezahlt. Bis die Auszahlung durch die Zulagenstelle vorgenommen wird, zahlt der Versicherer die 5 Euro pro Monat ein.

Wie hoch ist die staatliche Förderung?

Jede Person erhält eine staatliche Zulage von 5 Euro pro Monat, maximal 60 Euro im Jahr. Die Zulage fließt direkt in den Vertrag auf Pflegezusatzversicherung. Die staatliche Förderung wird unabhängig vom Einkommen gewährt. Pro Person kann eine staatlich geförderte Pflegezusatzversicherung abgeschlossen werden. Um die Zulage zu erhalten, muss der Versicherte einen monatlichen Mindestbeitrag von 10 Euro entrichten.

Welche Leistungen sind versichert?

Durch das Pflege-Neuausrichtungsgesetz gibt es eine gesetzliche Regelung zum Leistungsumfang für Pflege-Bahr-Verträge. Dieser Mindestumfang muss von allen Versicherungen gewährleistet werden. Folgende Leistungen sind gesetzlich vorgeschrieben:

  • Geldleistungen in allen Pflegestufen,
  • Geldleistung in Pflegestufe III: mindestens 300 Euro/Monat,
  • Pflegestufe 0: Leistungsumfang mindestens 10%,
  • Pflegestufe I: Leistungsumfang mindestens 20%,
  • Pflegestufe II: Leistungsumfang mindestens 30% aus Pflegestufe III.

Höhere Leistungen können mit dem Versicherer individuell vereinbart werden. Allerdings dürfen die Leistungen nicht höher als in der sozialen Pflegeversicherung ausfallen.

Bedingungen und gesetzliche Voraussetzungen

Jeder Pflege-Bahr-Vertrag muss bestimmte gesetzliche Kriterien erfüllen, damit eine Förderung erfolgen kann. Dazu zählen:

  • Kontrahierungszwang: Jeder erwachsene Antragsteller muss aufgenommen werden.
  • Keine Antragsablehnungen, Leistungsausschlüsse oder Gesundheitsprüfungen.
  • Versicherungsleistungen werden als Geldleistungen ausgezahlt.
  • Die Versicherer sind an die Feststellung des Pflegefalls durch die Pflegekasse gebunden.
  • Wartezeit für die Leistungen beträgt maximal fünf Jahre.
  • Monatlicher Mindestbeitrag: 10 EUR.
  • Gesetzliche Grenzen für Abschluss- und Verwaltungskosten.
  • Mindestleistungsumfang in den Pflegestufen 0, I und II.

Die Zulage wird automatisch in den Vertrag eingezahlt. Der Versicherer betragt die Förderung bei der Deutschen Rentenversicherung Bund und stellt sicher, dass das Geld den Versicherten zufließt. Auch Beamte, Freiberufler und Selbständige, die nicht gesetzlich rentenversichert sind, können einen staatlichen geförderten Pflegevertrag abschließen. Der Zuschuss wird in der Regel zwischen Januar und März des Folgejahres beantragt und fließt bis Mitte April in den Pflegevertrag, Bis dahin übernehmen die Versicherer die monatliche Zahlung von 5 Euro und treten damit in Vorleistung.

Kapitaldeckung zur Finanzierung der Pflegekosten

Die Zahl der Pflegebedürftigen in Deutschland wächst seit Einführung der fünften Säule der Sozialversicherung kontinuierlich an. Ende 2009 bezogen bereits mehr als 2,3 Millionen Menschen Leistungen aus der Pflegeversicherung. Die höhere Lebenserwartung sorgt dafür, dass der Wachstumstrend in der Pflege anhalten wird. Die Zahl der Pflegefälle könne sich bis zum Jahr 2050 sogar verdoppeln, schätzen Experten. Kein Wunder, dass die Finanzierung der Pflege um die Kapitaldeckung ergänzt werden muss.

Seit Januar 2013 steht dafür der sogenannte Pflege-Bahr zur Verfügung. Ähnlich wie bei der Riester-Rente erhalten Sparer eine staatliche Zulage. Wer monatlich 10 Euro einen förderfähigen Pflegezusatzvertrag einzahlt, erhält zusätzlich 5 Euro vom Staat, maximal 60 Euro im Jahr. Mit der Ergänzungsversicherung werden die Leistungen der sozialen Pflegeversicherung in Pflegestufe III um mindestens 600 Euro pro Monat aufgestockt. Ein großer Vorteil liegt darin, dass kein Antragsteller aus gesundheitlichen Gründen zurückgewiesen werden darf. Die Versicherer sind gesetzlich verpflichtet, jeden Kunden aufzunehmen. Einzige Ausnahme sind Personen, die bereits Leistungen aus der Pflegeversicherung beziehen.

Versorgungslücke trotz Pflege-Bahr?

Eine professionelle Pflege in einem Heim oder durch einen ambulanten Pflegedienst kostet viel Geld. Selbst wer sich für den Abschluss einer staatlich geförderten Pflegezusatzversicherung entscheidet, bleibt auf einem Teil der Kosten sitzen. Die Finanzlücke liegt je nach Alter des Versicherten zwischen 1.300 und 1.600 Euro. Grundsätzlich ist die Lücke bei älteren Versicherten höher als bei jüngeren Versicherten, weil die geförderte Pflegeversicherung eine geringere Leistung erbringt.

Bei der Barmenia lässt sich die Leistung der Deutsche-Förder-Pflege mit dem Baustein Pflege+ erhöhen. Die Geldleistungen fallen dann in allen Pflegestufen höher aus. So können maximal 2.500 Euro in Pflegestufe III abgesichert werden. Die Erweiterung des Versicherungsschutzes erfordert allerdings die Beantwortung von drei Gesundheitsfragen. Personen mit chronischen Erkrankungen an Herz, Gefäßen, Nerven, Gehirn oder einer anerkannten Behinderung können den Zusatzbaustein nicht abschließen.

Pflege-Bahr-Tarife im Vergleich

  Allianz PflegeBahr (PZTG02) Barmenia Deutsche-Förder-Pflege (DFPV) Deutsche Familienversicherung DFV-FörderPflege (GEPV) DKV KombiMed Förder-Pflege (KFP) HUK-Coburg PTS  
Leistungsform Tagegeld Monatsgeld Monatsgeld Monatsgeld Monatsgeld Angebot anfordern!
Pflegestufe III/II/I/0 in % 100 / 60 / 30 / 10 100 / 60 / 30 / 10 100 / 70 / 30 / 10 100 / 30 / 20 / 10 100 / 60 / 30 / 10 Angebot anfordern!
Wartezeit 5 Jahre 5 Jahre 5 Jahre 5 Jahre 5 Jahre Angebot anfordern!
...entfällt bei Unfällen ja ja ja ja nein Angebot anfordern!
Dynamik alle 36 Monate, max. in Höhe der Inflationsrate, jedoch max. 5% von Zeit zu Zeit entsprechend der Entwicklung der allgemeinen Inflationsrate Dynamisierung bis zur Höhe der allgemeinen Inflationsrate ist zulässig Anspruch auf erhöhte Leistung nach Ablauf von 15 Vers.-jahren (110 / 70 / 30 / 20) nein Angebot anfordern!
...auch im Pflegefall ja ja ja ja keine Dynamik Angebot anfordern!
...ist alterunabhängig max. bis 66. Lebensjahr ja ja ja - Angebot anfordern!
...ohne Mindestversicherungszeit ja ja ja ja -  

Hinweis:

  • Die Tarife unterliegen gesetzlichen Vorgaben und unterscheiden sich daher nur in wenigen Punkten.
  • Da sich die Prämien nur marginal unterscheiden, ist die verbesserte Leistungsstaffel entscheidend.
  • Durch den Kontrahierungszwang ist jeder förderfähige Kunde (bis auf wenige Ausnahmen) versicherbar, aber nicht jeder Tarif bietet einen Ausbau des Versicherungsschutzes ohne Gesundheitsprüfung. Daher ist die uneingeschränkte Dynamik ein wichtiges Kriterium.