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Vergleich

Welche Policen werden angeboten? Überblick zu Beiträgen und Leistungen bei Pflegezusatzversicherungen. 

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Checkliste

Worauf sollten Sie vor dem Abschluss achten? Tipps zu wichtigen Vertragsbedingungen. 

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Private Pflegezusatzversicherungen

Pflegezusatzversicherung - Warum ist sie so sinnvoll?

Laut Statistik benötigt jeder Dritte Über 80-Jährige fremde Hilfe für alltägliche Verrichtungen. Derzeit sind rund 2,5 Millionen Menschen in Deutschland pflegebedürftig - mit steigender Tendenz. Doch nicht nur alte Menschen werden pflegebedürftig. In Deutschland werden täglich 25 Menschen unter 65 ebenfalls zu einem Pflegefall. Jeder sechste Pflegebedürftige ist jünger als 65 Jahre. Im Jahr 2050 soll es bereits rund 4,4 Millionen Pflegebedürftige geben.

Hohe Pflegekosten

Ob Pflegeleistungen von Angehörigen oder professionellen Pflegediensten in Anspruch genommen werden, eines ist sicher: Die gesetzlichen Leistungen reichen bei weitem nicht aus, um die Pflegekosten zu decken. Denn ein Pflegeplatz  kostet je nach Pflegestufe zwischen 2.600 Euro bis 3.700 Euro. Die gesetzliche Pflegekasse erbringt jedoch maximal 1.550 Euro. Wer auf das Risiko eines Pflegefalls nicht vorbereitet ist, kann schnell zum Sozialfall werden. 

Kinder haften für ihre Eltern

Können Ihre Eltern den Unterhalt für das Pflegeheim nicht aus dem eigenen Einkommen und Vermögen finanzieren, springt zunächst das Sozialamt ein. Die Behörde versucht allerdings das Geld bei den unterhaltspflichtigen Angehörigen wieder einzutreiben.

Lösung: Private Pflegezusatzversicherung

Einen Ausweg aus dem finanziellen Dilemma bieten private Pflegezusatzversicherungen. Sie decken die offenen Kosten eines Pflegeplatzes je nach Tarif bis zu 100 Prozent ab. Beiträge und Leistungen der Anbieter unterscheiden sich jedoch beträchtlich. Unser Webangebot soll Ihnen daher einen Überblick über die zahlreichen Tarife verschaffen und einen aktuellen Vergleich der Konditionen bieten.

Vergleich von privaten Pflegetagegeldtarifen

Gesellschaft Allianz AXA Hallesche
Tarif PZTBest03 PflegevorsorgeFlex 3+2+1+0 OLGA.extra
Versicherbarer Tagessatz 10 bis 150 € Monatlich 100 - 1.250 € in Flex 0, Monatlich 100 - 4.500 € in Flex 1-3 5 bis 150 €
Leistung in Pflegestufe 0 (Demenz) 30% des vereinbarten Pflegetagegeldes 100% Leistung aus Flex 0, 20% Leistung aus Flex 1 20%
Leistung in Pflegestufe 1 30% ambulant; 100% bei vollstationärer Pflege. Erhöhung des Tagegelds in PSI ambulant optional durch den Tarif PZTA03 bis auf 100% möglich. 1.000,00 € 30%
       

Das raten Experten:

Finanztest 05/2015: „Pflegebedürftige können die Lücke mit eigenem Einkommen oder Vermögen füllen - oder haben mit einer Pflegezusatzversicherung vorgesorgt.“

Focus-Money 06/2014: „Auch nach der aktuell diskutierten Pflegereform und ihren Verbesserungen bleibt die gesetzliche Pflege nur eine Teilkasko-Versicherung.“

Verbraucherzentrale Niedersachsen: „Grundsätzlich ist der Abschluss einer privaten Pflegezusatzversicherung für viele Menschen sinnvoll. Denn die Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung sind in der Regel nicht kostendeckend.“

Linktipp: Informationsbroschüre zum Thema Pflege von Focus-Money und dem PKV-Verband

Wer muss bei Pflegebedürftigkeit zahlen?

Pflege kostet Geld, ganz egal ob sie als häusliche Pflege, mit Unterstützung durch einen ambulanten Pflegedienst oder als stationäre Pflege in einem Pflegeheim durchgeführt wird. Angehörige stellen sich oft die Frage, was passiert, wenn der Eigenanteil durch den Pflegebedürftigen selbst nicht getragen werden kann. Wer zahlt dann den Eigenanteil an den Pflegekosten?

  1. Grundsätzlich muss der Pflegebedürftige selbst die Kosten tragen, die nicht von der gesetzlichen Pflegekasse übernommen werden. Dazu wird das laufende Einkommen (z.B. Rente) und / oder das Vermögen herangezogen. 
  2. Reicht dieses nicht aus, werden Ehegatte, Lebenspartner, Lebensgefährte und Kinder in familiärer Absprache in finanzielle Verantwortung genommen.
  3. Können sich die Familienangehörigen nicht auf eine Übernahme der Kosten einigen, kann der Pflegebedürftige einen Antrag auf Gewährung von Sozialhilfe stellen. 
  4. Das Sozialamt kommt dann nach erfolgreicher Prüfung für die Kosten auf. Allerdings nimmt das Sozialamt die Angehörigen in folgender Reihenfolge in Anspruch:

    - Ehegatte / Lebenspartner (§ 1608 BGB) und Lebensgefährte (§ 20 SGB XII)

    - Kinder / Adoptivkinder (§§ 1601, 1606 BGB) und 
    Ehegatte / Lebenspartner des Kindes (BGH XII ZR 140/07)

    - Eventuell wird auch der Lebensgefährte des Kindes zur Verantwortung gezogen (§ 20 SGB XII).

    - Eltern (§§ 1601, 1601 BGB).

    Zum nicht unterhaltspflichtigen Personenkreis zählen z.B. Geschwister, Schwager / Schwägerin, Onkel / Tante, Schwiegereltern.
     

Kostenfalle Pflegefall - ein Beispiel

Kosten Pflegestufe III (Pflege, Unterkunft, Essen) 3.598 €
Maximale Erstattung durch gesetzliche Pflegekasse 1.550 €
Versorgungslücke pro Monat 2.048 €
Versorgungslücke nach 8 Jahren (durchschnittl. Dauer eines Pflegefalls) 196.608 €

Wodurch kann es zum Pflegefall kommen?

Auch in jungen Jahren dort das Risiko, zum Pflegefall zu werden. Denn Unfälle oder Krankheiten machen vor keinem Halt. Zu den häufigsten Ursachen für eine Pflegebedürftigkeit zählen:

  • Unfälle und Stürze im privaten oder beruflichen Bereich können jeden Tag passieren.
  • Sportunfälle treten vor allem bei jungen, risikofreudigen Menschen auf.
  • Krankheiten wie Schlaganfall oder Herzinfarkt können plötzlich auftreten und jeden treffen.

Wer sollte privat vorsorgen?

  1. Mit der steigenden Lebenserwartung wächst die Wahrscheinlichkeit einer Pflegebedürftigkeit. Bei den Über 80-Jährigen ist fast jeder Dritte pflegebedürftig.
  2. Die durchschnittliche Lebenserwartung von Patienten in der Pflegestufe III liegt bei ca. 7 Jahren. Mehr als jeder zehnte Pflegebedürftige bezieht Pflegeleistungen für mindestens 10 Jahre.
  3. Bei einem durchschnittlichen Eigenanteil von ca. 2.000 EUR in der Pflegestufe III kann schnell ein Betrag von 200.000 EUR zusammenkommen.
  4. Verlust des eigenen Vermögens bei Pflegebedürftigkeit sowie Haftung der Kinder für ihre Eltern - unabhängig davon, ob die Pflege zu Hause oder in einem Pflegeheim erfolgt.
  5. Verdopplung der Zahl der Pflegebedürftigen in den nächsten 30 Jahren.

Staatliche Zulagen für private Pflegevorsorge

Seit 2013 fördert der Staat die private Pflegevorsorge. Jeder, der das Pflegefallrisiko privat mit der Zusatzversicherung absichert, erhält eine staatliche Zulage. Vom Staat erhalten Sie 5 Euro für die ergänzende Pflegeversicherung, wenn Sie mindestens 10 Euro im Monat einzahlen.

Jeder erhält ohne Gesundheitsprüfung einen Pflegevertrag. Leistungen gibt es erstmals nach fünf Jahren. In Pflegestufe III gibt es mindestens 600 Euro monatlich. In Summe mindert sich die Versorgungslücke durch die gesetzlichen Pflegeleistungen und privatem Pflegetagegeld. Für eine Komplettabsicherung ist jedoch der Abschluss einer weiteren Zusatzversicherung notwendig.

Vergleich der privaten Pflegeversicherungen

Die private Vorsorge für den Pflegefall ist über unterschiedliche Policen möglich. Die wichtigsten Formen der privaten Pflegevorsorge haben wir zusammengestellt:

Anbieter: Private Krankenversicherungen.

Leistungen: Im Pflegefall wird das versicherte Tagegeld ausgezahlt (z.B. 1.500 Euro im Monat). Das Geld kann für eine Pflegeeinrichtung, aber auch für ambulante Pflegedienste oder eine Haushaltshilfe verwendet werden. Die Versicherungsleistung wird unabhängig von einer häuslichen oder stationären Pflege erbracht. Im Regelfall sehen die Tarife eine Leistungserweiterung ohne Gesundheitsprüfung (Dynamik) gegen Mehrbeitrag vor.

Beiträge: Die Höhe der Prämie hängt vom Eintrittsalter und dem versicherten Tagegeld ab. Im Pflegefall besteht in der Regel eine Beitragsbefreiung. Die Beiträge können angehoben werden, wenn die tatsächlichen Kosten über den prognostizierten Ausgaben liegen. Die Beiträge müssen auch bei Arbeitslosigkeit oder in der Elternzeit weitergezahlt werden, sonst geht der Schutz verloren. Bei Kündigung gibt es kein Geld zurück.

Gesundheitsprüfung: Vor Vertragsbeginn müssen Gesundheitsfragen beantwortet werden. Bei bestimmten Vorerkrankungen sind Beitragszuschläge oder sogar eine Ablehnung möglich.

Anbieter: Private Krankenversicherungen.

Leistungen: Der Versicherer leistet den versicherten Prozentsatz der tatsächlichen Pflegekosten. Da meist der Nachweis der Pflegekosten vorgelegt werden muss, eignet sich diese Art der Versicherung für professionelle Pflegedienste oder stationäre Pflege. Die Versicherungsleistungen können erweitert werden, wobei die Erhöhung an die Leistungserhöhung der gesetzlichen Pflegeversicherung gekoppelt ist und auf Höchstbetrag begrenzt wird.

Beiträge: Die Prämie orientiert sich am Alter und der Höhe der Absicherung. Auch im Pflegefall besteht die Pflicht zur Beitragszahlung. Ein Ruhen des Vertrages, z.B. bei Arbeitslosigkeit, ist nicht möglich. Im Falle der Kündigung erhält der Kunde kein Geld zurück. Liegen die Ausgaben des Versicherers über den kalkulierten, können die Beiträge erhöht werden.

Gesundheitsprüfung: Abfrage nach Vorerkrankungen im Antragsformular, dadurch sind Beitragszuschläge oder Ablehnungen möglich.

Anbieter: Private Lebensversicherungen.

Leistungen: Im Pflegefall wird eine monatliche Rente im versicherten Umfang ausgezahlt. Neben einer garantierten Rente erhöhen Überschüsse die Gesamtrente. Das Geld steht zur freien Verfügung, kann also auch für pflegende Angehörige oder Haushaltshilfen verwendet werden. Die Leistungshöhe richtet sich ausschließlich nach der Pflegestufe. Die Leistungserweiterung ohne Gesundheitsprüfung (Dynamik) ist im Vertragsverlauf möglich.

Beiträge: Die Prämien richten sich nach Alter des Kunden und dem gewünschten Versicherungsumfang. Eine Beitragserhöhung findet - außer der Dynamik - nicht statt. Im Pflegefall besteht keine Beitragspflicht. Bei Kündigung gibt es einen kleinen Teil der Beiträge zurück.

Gesundheitsprüfung: Beurteilung des versicherungsmedizinischen Risikos mit Hilfe der Gesundheitsfragen im Antrag. Ableugnen wegen Vorerkrankungen sind möglich.

Anbieter: Private Lebensversicherungen.

Leistungen: Im Pflegefall wird eine monatliche Rente im versicherten Umfang ausgezahlt. Neben einer garantierten Rente erhöhen Überschüsse die Gesamtrente. Das Geld steht zur freien Verfügung, kann also auch für pflegende Angehörige oder Haushaltshilfen verwendet werden. Die Leistungshöhe richtet sich ausschließlich nach der Pflegestufe. Die Leistungserweiterung ohne Gesundheitsprüfung (Dynamik) ist im Vertragsverlauf möglich.

Beiträge: Die Prämien richten sich nach Alter des Kunden und dem gewünschten Versicherungsumfang. Eine Beitragserhöhung findet - außer der Dynamik - nicht statt. Im Pflegefall besteht keine Beitragspflicht. Bei Kündigung gibt es einen kleinen Teil der Beiträge zurück.

Gesundheitsprüfung: Beurteilung des versicherungsmedizinischen Risikos mit Hilfe der Gesundheitsfragen im Antrag. Ableugnen wegen Vorerkrankungen sind möglich.

Anbieter: Private Krankenversicherungen.

Leistungen: Gesetzliche Vorgabe ist, dass in allen Pflegestufen Geldleistungen erbracht werden. In Pflegestufe III werden mindestens 600 Euro pro Monat gezahlt (Pflegestufe II mindestens 30% aus Pflegestufe III, Pflegestufe I: 20%, Pflegestufe 0: 10%). Höhere Leistungen müssen mit dem Versicherer individuell festgelegt werden. Jüngere Kunden erhalten höhere Leistungen als ältere.

Beiträge: Gesetzlich festgelegt ist ein Monatsbeitrag von 15 Euro, 5 Euro pro Monat gibt´s vom Staat dazu. Beitragssteigerungen darf es nicht geben. Bei Kündigung gibt es kein Geld zurück.

Gesundheitsprüfung: Es erfolgt keine Gesundheitsprüfung. Nicht versichern können sich lediglich Personen, die bereits Pflegeleistungen beziehen.

Testsieger & Testberichte für private Pflegezusatzversicherungen

IVFP-Test 01/2015: Institut bewertet private Pflegetagegeld-Anbieter

Was wurde getestet?

Das Institut für Vorsorge- und Finanzplanung (IVFP) wurden 28 private Pflegetagegeldpolicen von 28 Anbietern ohne staatliche Förderung analysiert. In die Bewertung flossen die Teilbereiche Unternehmensbewertung (25%), Preis-Leistungs-Verhältnis (50%), Flexibilität (15%) und Transparenz und Service (10%) ein. Beim Test wurden lediglich Anbieter berücksichtigt, deren Tarife Leistungen in allen Pflegestufen anbieten. Dazu wurden die Tarifdetails für drei Modellkunden im Alter von 30, 45 und 60 Jahren abgefragt. 

Wer sind die Testsieger?

  • Allianz PKV: Tarif Allianz PflegetagegeldBest, Note: 1,3
  • Concordia: Tarif Concordia Pflegetagegeld, Note: 1,6
  • Hallesche: Tarif OLGAflex, Note: 1,6
  • HanseMerkur: Tarif Private Pflegezusatz, Note: 1,6
  • Union: Tarif PflegePREMIUM Plus, Note: 1,6

 

€uro 06/2015: „Schutz vor dem Pflege-Ruin: Die besten Policen“

Was wurde getestet?

Beim Vergleich wurden Pflegezusatzversicherungen analysiert, die monatliche Zahlungen zusätzlich zur gesetzlichen bzw. privaten Pflegepflichtversicherung erbringen. Im Test waren 24 Anbieter bei staatlich geförderten Pflege-Bahr-Tarifen und 22 Versicherer mit Kombi-Tarifen. Dabei wurden Modellkunden mit einem Anfangsalter von 25, 40 und 60 Jahren berücksichtigt. 

Wer sind die Testsieger?

Gute Tarife gibt es für jedes Alter und in jeder Kategorie. Vor dem Abschluss sollte man jedoch ermitteln, wie hoch der Absicherungsbedarf tatsächlich ist. Dann wird schnell klar, dass ein Pflege-Bahr-Tarif allein kaum ausreichen wird, um die Pflegekosten zu decken. Aber: Bei ungeförderten Policen dürfen die Anbieter Gesundheitsfragen stellen. Das kann bei Vorerkrankungen schnell zum Problem werden. 

Kombi-Tarife (Pflege-Bahr plus Tarif ohne Förderung beim gleichen Anbieter)

  • HanseMerkur: Tarif PA, Note: sehr gut
  • LVM: Tarif PTC / PZT-Komfort, Note: sehr gut
  • Allianz:  PZTG02 + PZTB03

Pflege-Bahr-Tarife

  • HanseMerkur: Tarif PB, Note: sehr gut
  • R+V: Tarif R+V-Pflege FörderBahr (PKB), Note: sehr gut
  • Central: Tarif central.pflege, Note: sehr gut
  • Envivas: Tarif PflegeAktiv, Note: sehr gut
  • BBKK: Tarif Förder Pflege, Note: sehr gut
  • Union: Tarif Förder Pflege, Note: sehr gut
  • LVM: Tarif PTG, Note: sehr gut

 

Finanztest 05/2015: „Lückenfüller für die Pflege“

Was wurde getestet?

Finanztest analysierte 88 Pflegetagegeldtarife von 29 Versicherern. Im Test wurden 31 ungeförderte Pflegepolicen, 29 mit staatlicher Förderung und 28 Kombitarife (also Tarife, bei denen geförderte mit ungeförderten Tarifen kombiniert werden) miteinander verglichen. Für jeweils einen 45-jährigen und einen 55-jährigen Modellkunden wurden die Tarifleistungen ermittelt, wenn monatlich 56 Euro (45-Jährige) bzw. 87 Euro (55-Jährige) für die Pflegetagegeldversicherung aufgewendet werden.

Wer sind die Testsieger?

Für Kunden eignen sich nach Ansicht von Finanztest sowohl geförderte als auch Kombiprodukte. Nur die reinen Zulagentarife allein reichen nicht aus, um den Pflegefall finanziell abzusichern. Die sogenannten Pflege-Bahr-Tarife eignen sich nur für Personen mit Vorerkrankungen, die keinen anderen Versicherungsschutz mehr bekommen. Die besten Tarife im Überblick:

Testsieger für 45-Jährige

  • Württembergische: Tarif PTPU, Note: Sehr Gut (1,2)
  • HanseMerkur: Tarif PA, Note: Sehr Gut (1,4)
  • DFV: Tarif DFV-DeutschlandPflege und DFV-FörderPflege, Note: Sehr Gut (1,4)
  • HanseMerkur: Tarif PA und PB, Note: Sehr gut (1,4)

Testsieger für 55-Jährige

  • Württembergische: Tarif PTPU, Note: Sehr Gut (1,5)
  • HanseMerkur: Tarif PA, Note: Gut (1,6)
  • HUK-Coburg: PT Premium und PTS 600, Note: Gut (1,7)

Mehr Informationen zum Test, finden Sie hier auf der Seite von Finanztest.

Finanztest 05/2013: Pflegetagegeldtarife im Test

Was wurde getestet?

Die Stiftung Warentest/Finanztest untersuchte 23 Pflegetagegeldtarife ohne staatliche Förderung sowie 17 Tarife mit staatlicher Förderung („Pflege-Bahr“). Dazu wurden die Tarifangebote für einen 45-jährigen und einen 55-jährigen Modellkunden verglichen. Für den 45-Jährigen wurde ein Monatsbeitrag von 55 Euro vorgegeben, für den 55-Jährigen 85 Euro. Finanztest ermittelte so für jedes Angebot das Leistungsniveau. 

In die Finanztest-Note flossen das Leistungsniveau zu 70%, die Leistung bei Demenz (Pflegestufe 0) zu 15% und weitere Vertragsbestandteile (z.B. Dynamik, Verzicht auf Wartezeit) zu 15% ein. Die Gesamturteile im Überblick:


Wer sind die Testsieger?

Testsieger für 45-Jährige

  1. HanseMerkur - Tarif PA
  2. DFV - Tarif PZV
  3. Mecklenburgische - Tarif ProMe Pflegeplus
  4. LVM - Tarif PZT Komfort
  5. Bayerische Beamten-Krankenkasse - Tarif PflegePremium Plus 

Testsieger für 55-Jährige

  1. HanseMerkur - Tarif PA
  2. DFV - Tarif PZV
  3. LVM - Tarif PZT Komfort
  4. Bayerische Beamten-Krankenkasse - Tarif PflegePremium Plus
  5. HUK-Coburg - Tarif PT Premium

Bei den Pflege-Bahr-Tarifen wurde kein Testsieger ermittelt, sondern lediglich die zu aus dem Tarif resultierende Leistung. Fazit von Finanztest: Ohne private Vorsorge droht im Pflegefall eine Versorgungslücke. Allerdings: Nur wer sich den Schutz über Jahrzehnte leisten kann, sollte einen Zusatztarif abschließen. Denn bei Kündigung gehen der Schutz und das eingezahlte Geld verloren.

INFO-BOX: Was ist die Pflegeversicherung?

Die Pflegeversicherung leistet finanzielle Unterstützung im Pflegefall. Jeder Krankenversicherte verfügt auch über einen Pflegeschutz. Träger für gesetzlich Versicherte sind die Pflegekassen. Privat Versicherte sind über die private Krankenversicherung abgesichert. Der Grad der Pflegebedürftigkeit wird vom Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK) festgelegt. Dazu werden die Betroffenen in Pflegestufen (0 bis III) eingeordnet, Zum 1.1.2017 werden die Pflegestufen in fünf sogenannte Pflegegrade umgewandelt, um so den Pflegebedarf der Menschen besser erfassen zu können. Für die Einteilung in die neuen Pflegegrade werden körperliche, geistige sowie psychische Einschränkungen gleichermaßen erfasst (Begutachtungs-Assessment NBA).

Die Leistungen werden als Sach- und Geldleistungen erbracht. Je schwerer der Grad der Pflegebedürftigkeit ist, desto höher ist die finanzielle Leistung.

DISQ-Studie 11/2013: „Auch günstige Policen mit viel Leistung“

Was wurde getestet?

Wie ist es um das Preis-Leistungs-Verhältnis von privaten Pflegezusatzpolicen bestellt? Welche Versicherer können bei Service und Beratung punkten? Und welche Produkte liegen bei den Leistungen vorne? Das Deutsche Institut für Service-Qualität hat 19 Anbieter genauer unter die Lupe genommen. Die Untersuchung beschränkte sich auf Pflegetagegeldversicherungen ohne den staatlich geförderten „Pflege-Bahr“. 

Auffällig bei der Analyse war das enorme Preisgefälle: Wer sich für den günstigsten Tarif entscheidet, kann im Vergleich zum teuersten Angebot 50 Prozent und mehr sparen. Dass günstige Policen nicht zwangsläufig zu Leistungseinbußen führen müssen, zeigte der Blick auf die Versicherungsleistungen. Denn ein Großteil der Tarife zahlt in der Pflegestufe I zwischen 25 bis 30 Prozent des versicherten Satzes. Bei stationärer Pflege leistet die Hälfte der Tarife sogar 100 Prozent. 

Wer sind die Testsieger?

Die Testsieger der „Studie Pflegeversicherung 2013“ im Überblick:

Rang 1: Signal Iduna (Serviceanalyse Rang 11, Produktanalyse Rang 1)
Rang 2: Deutscher Ring (14, 1)
Rang 3: HUK-Coburg (4, 5)
Rang 4: Ergo Direkt (2, 11)
Rang 5: Allianz (10, 4)

Finanztest 03/2011: Pflegerentenversicherung: Mehr Leistung bei Demenz

Was wurde getestet?

13 Pflegerentenversicherungen, die von Lebensversicherern angeboten werden. Finanztest untersuchte, welche Pflegeleistungen drei Modellkunden im Pflegefall erhalten, wenn sie monatlich 100 Euro aufwenden. Im Unterschied zu anderen Zusatzprodukten können Kunden während der Laufzeit mit der Beitragszahlung aussetzen und erhalten dennoch eine Versicherungsleistung. Aber: Pflegerentenpolicen sind teuer, daher sollte man zunächst überprüfen, ob der Schutz bei Berufsunfähigkeit und die Altersvorsorge ausreichend sind.

Mit steigender Lebenserwartung nimmt auch das Risiko zu, pflegebedürftig zu werden. Wer in einem Pflegeheim unterkommt, erhält von der gesetzlichen Pflegeversicherung jedoch nur einen Teil der Kosten ersetzt. Rund die Hälfte der Kosten muss der Pflegebedürftige selbst tragen - oder seine Angehörigen.

So viel kostet der Pflegefall pro Monat im Bundesdurchschnitt (in EUR)

Professionelle Pflege zu Hause
Stufe Monatliche Kosten Gesetzliche Leistung Monatliche Lücke
III 3.617,08 1.550,00 2.100,00
II 2.185,88 1.100,00 1.050,00
I 1.232,97 450,00 750,00
0 420,00 224,00 196,00

Aktuelle Änderungen durch die Pflegereform 2015/ 2016/2017 - Mehr Leistungen und neue Wege der Finanzierung

Zum 1. Januar 2015 ist das erste Pflegestärkungsgesetz in Kraft getreten. Im Kern beinhaltet das Gesetz mehr Leistungen für Pflegebedürftige in allen Pflegestufen. Die wichtigsten Änderungen im Überblick:

Höhere Leistungen

Für Pflegebedürftige steht mehr Geld für Leistungen zur Verfügung. So werden das Pflegegeld, die Pflegesachleistungen und die Leistungen für stationäre Pflege um bis zu vier Prozent angehoben. Zusätzliche Betreuungsleistungen für sogenannte niedrigschwellige Angebote werden ausgeweitet. Zugleich wird die Flexibilität für die Kombination von Kurzzeit- und Verhinderungspflege erhöht. 

Pflegevorsorgefonds

Um eine finanzielle Rücklage für die steigende Zahl der Pflegefälle zu bilden, wird per Gesetz für die Zukunft vorgesorgt. Dazu wird ein Pflegevorsorgefonds eingerichtet. Dieser wird mit 0,1 Beitragssatzpunkten gespeist, was ein Volumen von 1,2 Milliarden pro Jahr bedeutet. Ab dem Jahr 2035 soll der Kapitalstock genutzt werden, damit der Pflegebeitrag stabil gehalten werden kann. Denn zu diesem Zeitpunkt kommen die geburtenstarken Jahrgänge 1959 bis 1967 in das Pflegealter. 

Pflegestärkungsgesetz II

Das zweite Pflegestärkungsgesetz soll ab 1. Januar 2016 in Kraft treten. Folgende Änderungen sind vorgesehen:

  • Neuer Pflegebedürftigkeitsbegriff mit fünf Pflegegraden (bisher drei Pflegestufen), wodurch eine individuelle Einstufung erfolgen kann. Künftig erfolgt die Begutachtung in acht Bereichen, z.B. Mobilität, geistige Fähigkeiten, Einnahme von Medikamenten und soziale Kontakte.
  • Die Pflegebedürftigkeit wird nicht mehr in Zeit gemessen, sondern es werden Punkte vergeben, um zu bemessen, wie stark die Selbständigkeit des Betroffenen eingeschränkt ist.
  • Alle Pflegebedürftigen eines Pflegegrades erhalten die gleichen Leistungen - unabhängig ob sie körperlich, psychisch oder demenziell erkrankt sind.
  • Leistungen der Pflegeversicherung liegen um 20 Prozent über dem bisherigen Leistungsumfang. 
  • Anhebung des Beitragssatzes um 0,2 Prozentpunkte zur Finanzierung der Leistungsverbesserungen.

Die Umstellung von drei Pflegestufen auf fünf Pflegegrade wird jedoch mehrere Jahre in Anspruch nehmen. Zwar tritt das Gesetz zum 1. Januar 2016 in Kraft, der neue Pflegebedürftigkeitsbegriff wird erst ab 1. Januar 2017 greifen. Die Ausweitung der Leistungen kostet die Pflegekassen a. 4,4 Milliarden Euro.

Pflegestärkungsgesetz III

Die nächste Reformstufe, das Pflegestärkungsgesetz III, soll zum 1.1.2017 in Kraft treten. Es sieht vor, dass Pflegebedürftige und ihre Angehörigen künftig intensiver beraten und besser vor Pflegebetrug geschützt werden. Außerdem ist vorgesehen, dass die gesetzliche Krankenversicherung ein systematisches Prüfrecht erhält,  um Abrechnungsbetrug in der Pflege konsequenter zu verhindern.

Einführung der neuen Pflegestufen zum 1.1.2017

Zum 1.1.2016 ist das zweite Pflegestärkungsgesetz in Kraft getreten.

Ab dem 1.1.2017 wird nun aufgrund dieses Gesetzes ein neuer Pflegebedürftigkeitsbegriff eingeführt, der kognitive, psychische und körperliche Beeinträchtigungen gleichermaßen berücksichtigt. Mit dem neuen Pflegebedürftigkeitsbegriff ist außerdem ein neues Begutachtungsverfahren zur Feststellung der Pflegebedürftigkeit verbunden(Begutachtungs-Assessment NBA).

Aufgrund dieser Begutachtung wird der Grad der Selbstständigkeit in sechs verschiedenen Bereichen gemessen und zu einer Gesamtbewertung zusammengeführt, woraus sich dann die Einteilung in einen Pflegegrad ergibt.

Die sechs Begutachtungsbereiche umfassen dabei: 

  • Mobilität, 
  • kognitive und kommunikative Fähigkeiten, 
  • Verhaltensweisen und psychische Problemlagen, 
  • Selbstversorgung, 
  • Bewältigung von und selbstständiger Umgang mit krankheits- oder therapiebedingten Anforderungen und Belastungen 
  • sowie Gestaltung des Alltagslebens und sozialer Kontakte.

Maßgeblich für die Leistungshöhe ist dann nicht mehr, wie hoch der Zeitaufwand (in Minuten) bei einem pflegebedürftigen Menschen für alltägliche Verrichtungen ist, sondern wie viel der pflegebedürftige Mensch noch selbstständig im Alltag erledigen kann.

Zugleich werden die bisherigen drei Pflegestufen auf fünf sogenannte Pflegegrade ausgeweitet, um so den Pflegebedarf jedes Einzelnen besser entsprechen zu können. Das Bundesgesundheitsministerium geht davon aus, dass durch die Umstellung auf das neue System in den kommenden Jahren ca. 500 000 Menschen mehr unterstützt werden. 

Die Pflegegrade teilen sich ein in:

  • Pflegegrad 1: geringe Beeinträchtigung der Selbständigkeit
  • Pflegegrad 2: erhebliche Beeinträchtigung der Selbständigkeit
  • Pflegegrad 3: schwere Beeinträchtigung der Selbständigkeit
  • Pflegegrad 4: schwerste Beeinträchtigung der Selbständigkeit
  • Pflegegrad 5: schwerste Beeinträchtigung der Selbständigkeit mit besonderen Anforderungen an die pflegerische Versorgung

Wer bereits Leistungen aus der Pflegeversicherung bezieht, wird automatisch in das neue System übernommen, es ist nicht nötig einen neuen Antrag auf Begutachtung stellen. Diejenigen, die bereits Leistungen beziehen, erhalten weiterhin auch Leistungen in mindestens gleicher Höhe, es wird niemand herabgestuft.

Es gelten folgende Übergangsregeln:

  • Menschen mit ausschließlich körperlichen Einschränkungen werden in den nächsthöheren Pflegegrad eingestuft, Menschen mit Pflegestufe I werden in den Pflegegrad 2, Menschen mit Pflegestufe II in den Pflegegrad 3, Menschen mit Pflegestufe III in den Pflegegrad 4 und Menschen mit Pflegestufe III mit Härtefallregelung in den Pflegegrad 5 eingeteilt.
  • Menschen, bei denen geistige oder psychische Einschränkungen vorliegen, bei denen daher bis Ende 2016 eine erhebliche Beeinträchtigung der Alltagskompetenz festgestellt wurde, kommen in den übernächsten Pflegegrad: Menschen mit der sog. Pflegestufe 0 werden in den Pflegegrad 2, mit Pflegestufe I in den Pflegegrad 3, mit Pflegestufe II in den Pflegegrad 4 und mit Pflegestufe III in den Pflegegrad 5 übergeleitet.

Wer 2017 zum ersten Mal einen Antrag auf Pflegeleistungen stellt, wird mittels des neuen Begutachtungs-Assessments persönlich begutachtet. Der Gutachter ermittelt den Grad der noch vorhandenen Selbstständigkeit und gibt der Versicherung eine Empfehlung für einen Pflegegrad für den Versicherten. Die Pflegekasse entscheidet dann über die Genehmigung eines Pflegegrades und der damit verbundenen Pflegeversicherungsleistungen. 

 

 

Pflegesachleistungen für häusliche Pflege ab 1.1.2017

Pflegestufen Max. Leistungen (seit 2015) Pflegegrade Leistungen ab 1.1.2017
- - Pflegegrad 1 Leistungen nach § 28a SGB XI
Pflegestufe 0 (mit Demenz*) 231 Pflegegrad 2 689
Pflegestufe 1 468 Pflegegrad 2 689
Pflegestufe 1 (mit Demenz*) 689 Pflegegrad 3 1.298
Pflegestufe 2 1.144 Pflegegrad 3 1.298
Pflegestufe 2 (mit Demenz*) 1.298 Pflegegrad 4 1.612
Pflegestufe 3 1.612 Pflegegrad 3 1.612
Pflegestufe 3 (mit Demenz) 1.612 Pflegegrad 5 1.612
Härtefall 1.995 Pflegegrad 5 1.995
Härtefall (mit Demenz*) 1.995 Pflegegrad 5 1.995

*Gilt für Personen mit dauerhaft erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz im Sinne von § 45a SGB XI

Quelle: Pflegestaerkungsgesetz.de

Checkliste: Was macht eine gute Pflegeversicherung aus?

  • Leistungen ab Pflegestufe I: Besonders günstige Tarife leisten erst ab Pflegestufe III. Doch nur jeder achte Pflegebedürftige fällt in diese Gruppe. Daher: Gute Tarife zahlen bereits bei Pflegestufe I den vollen Satz.
  • Kurze Wartezeiten: Während der vertraglich vereinbarten Wartezeit, müssen Sie zahlen, haben aber keinen Versicherungsschutz. Laut Versicherungsbedingungen muss der Versicherer erst nach Ablauf der Wartezeit leisten. Achten Sie auf eine möglichst kurze Wartezeit.
  • Nachweis der Pflegebedürftigkeit: Reicht der Bescheid der gesetzlichen Pflegeversicherung aus oder wird ein separates Gutachten benötigt? Gute Anbieter erkennen den Bescheid der gesetzlichen Pflegekasse an.
  • Übernahme der Pflegestufe: Die im Pflegebescheid festgestellte Pflegestufe sollte von der private Pflegeergänzungsversicherung übernommen werden.
  • Demenz: Pflegezusatztarife sollten bereits bei Pflegestufe 0 im Falle einer Demenz einspringen.
  • Beitragsbefreiung im Pflegefall: Tritt der Pflegefall ein, sollte die Beitragspflicht für die Pflegezusatzpolice enden. Viele Tarife sehen bereits ab Pflegestufe I die Beitragsbefreiung vor, andere setzen erst ab Pflegestufe III ein.
  • Leistungen bei häuslicher Pflege: Achten Sie darauf, dass der Tarif gleiche Leistungen für ambulante (häusliche) und stationäre Pflege vorsieht, denn die Kosten fallen unabhängig vom Ort der Versorgung an.
  • Ausbau der Versicherungsleistungen: Die Leistungen des Vertrags sollten regelmäßig an die steigenden Pflegekosten angepasst werden können - und zwar ohne erneute Gesundheitsprüfung. 
  • Lebenslanger Schutz: Die Pflegeleistungen aus der Zusatzversicherung sollten lebenslang gezahlt werden. 
  • Welt- oder Europageltung: Der Tarif sollte auch leisten, wenn Sie ins (außer-)europäische Ausland verziehen. Achten Sie auf den Passus, wenn Sie Ihren Wohnsitz im Alter ins Ausland verlagern.

Weiterführende Informationen zum Thema bietet der ZDF-Bericht des Magazins WISO.